Fermentierte Sojabohnen, Blattgemüse und neutrale Kapseln auf hellem Naturstein

Vitamin K2 MK-7 richtig verstehen

Drei Zeichen, die Fragen aufwerfen

Auf manchen Etiketten steht nur Vitamin K. Andere nennen Vitamin K2, MK-7 oder sogar „all-trans“. Das klingt schnell nach einer Rangliste, bei der die längste Bezeichnung automatisch die beste Wahl sein muss. So einfach ist es nicht.

Die Angaben beschreiben verschiedene Eigenschaften eines Stoffes. Getrennt betrachtet machen sie das Etikett verständlich und zeigen, welche Information noch fehlt.

Vitamin K2 ist eine Stoffgruppe

Vitamin K umfasst mehrere Verbindungen. Vitamin K1 heißt Phyllochinon und kommt vor allem in grünem Gemüse vor. Unter Vitamin K2 werden verschiedene Menachinone zusammengefasst.

Die Kürzel MK-4 und MK-7 bezeichnen zwei dieser Menachinone. Die Zahl steht für die Länge einer bestimmten Seitenkette im Molekül. Sie ist keine Dosierungsangabe und auch keine Qualitätsstufe.

MK-4 und MK-7 unterscheiden sich auch darin, wie lange sie nach der Aufnahme im Blut nachweisbar sind. Eine längere Nachweisbarkeit beweist aber keine pauschal bessere Wirkung.

Was all-trans bei MK-7 bedeutet

An den Doppelbindungen eines MK-7-Moleküls kann die Seitenkette räumlich unterschiedlich angeordnet sein. Fachleute sprechen von trans- und cis-Isomeren.

„All-trans“ bedeutet, dass alle betreffenden Doppelbindungen in der trans-Anordnung vorliegen. Der Begriff beschreibt die Form des Moleküls. Er sagt nichts über die Menge pro Tagesportion oder die Reinheit des fertigen Präparats aus.

In einer Laboruntersuchung zeigte trans-MK-7 eine höhere Carboxylierungsaktivität als cis-MK-7. Welche Bedeutung verschiedene Isomerenanteile beim Menschen haben, ist noch nicht geklärt. „Cis ist wirkungslos“ wäre deshalb eine zu weitgehende Aussage.

Prozentangaben brauchen einen Bezug

Manche Anbieter nennen einen all-trans-Anteil in Prozent. Die Zahl ist nur aussagekräftig, wenn klar ist, worauf sie sich bezieht. Meist beschreibt sie den MK-7-Rohstoff und nicht das fertige Produkt.

Auch MK-7 allein garantiert keinen bestimmten all-trans-Anteil. Eine konkrete Prozentzahl sollte durch eine Rohstoffspezifikation oder Analyse belegt sein.

Der Herstellweg ist eine eigenständige Angabe. MK-7 kann mithilfe von Mikroorganismen gewonnen oder synthetisch hergestellt werden. „Fermentiert“ belegt für sich weder eine höhere Reinheit noch eine bessere Wirkung.

So liest du das Etikett sinnvoll

Beginne mit der Menge an Vitamin K pro empfohlener Tagesportion. Prüfe danach, ob Vitamin K2 oder eine konkrete Form wie MK-7 genannt wird. All-trans ergänzt diese Informationen, ersetzt sie aber nicht.

Auch das Einnahmeintervall zählt. Eine Menge pro Kapsel lässt sich nicht sinnvoll vergleichen, wenn laut Etikett nur alle paar Tage eine Kapsel vorgesehen ist.

Mehr ist nicht automatisch besser

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel vorsorglich höchstens 25 Mikrogramm Vitamin K2 pro Tagesdosis. Das ist kein gesetzlicher EU-Höchstwert.

Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte Vitamin-K-haltige Präparate nicht eigenständig beginnen oder verändern. Bei Vitamin-K-Antagonisten braucht es eine möglichst konstante Zufuhr und ärztliche Begleitung.

Fazit

MK-7 bezeichnet eine Form von Vitamin K2. All-trans beschreibt die räumliche Struktur dieses Moleküls. Beide Angaben helfen beim Vergleich, erzählen aber nie die ganze Geschichte.

Ein transparentes Etikett nennt Form, Menge pro Tagesportion und Einnahmeintervall. Ein bezifferter all-trans-Anteil ist nur belastbar, wenn sein Bezug und die Spezifikation klar sind.

Häufige Fragen

Ist MK-7 dasselbe wie Vitamin K2?

MK-7 gehört zur Gruppe der Vitamin-K2-Verbindungen. Zu Vitamin K2 zählen auch andere Menachinone wie MK-4. Die Begriffe sind nicht gleichbedeutend.

Bedeutet all-trans eine Reinheit von 100 Prozent?

Nein. All-trans beschreibt die Anordnung bestimmter Doppelbindungen im MK-7-Molekül. Eine Reinheitsangabe braucht einen klaren Prozentwert, einen Bezug und einen passenden Nachweis.

Ist MK-7 grundsätzlich besser als MK-4?

MK-7 und MK-4 unterscheiden sich in Struktur und Verlauf im Körper. Eine längere Nachweisbarkeit von MK-7 belegt keine pauschal bessere gesundheitliche Wirkung. Entscheidend sind Fragestellung und Dosierung der jeweiligen Studie.

Muss Vitamin D immer mit K2 kombiniert werden?

Nein, eine solche allgemeine Regel ist wissenschaftlich nicht belegt. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Versorgung ab. K2 ist keine pauschale Absicherung für sehr hohe Vitamin-D-Dosen.